Wir wünschen besinnliche Feiertage - Weihnachtsbuch 2017

Es begab sich zu der Zeit…

Mit diesen Worten beginnt die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium. Traditionell wird sie auch heute noch in vielen Familien am Heiligabend vorgelesen oder während der Weihnachtszeit als Krippen- oder Weihnachtsspiel aufgeführt. Um dem Ursprung dieser Form des geistlichen Schauspiels auf die Spur zu kommen, müssen wir weit in der Zeit zurückreisen.

Wir haben das Jahr 1223, die Zeit um Weihnachten.

In Greccio, einem Ort nördlich von Rom, errichten Bauern eine Krippe und füllen sie mit Stroh. Ochs und Esel werden herbeigeschafft. Mit Fackeln und Kerzen erhellen die Anwesenden symbolträchtig die Finsternis, um an einem besonderen Ereignis teilzunehmen: Ein Bettelmönch in einer schäbigen Kutte steht an der Krippe und präsentiert mit hocherhobenen Armen ein neugeborenes Kind, um es dann ins Stroh zu betten. Es war der heilige Franziskus, der persönlich Regie führte bei dieser ersten „presepi viventi“ – der lebendigen Weihnachtskrippe.

Zwar gab es bereits seit dem 10. Jahrhundert Darbietungen der Geburt Christi, allerdings fanden diese in Kirchen und in lateinischer Sprache statt. Franziskus verwirklichte in Greccio seine Idee, den einfachen Menschen das Krippenwunder von Bethlehem nahezubringen, sie daran teilhaben und verstehen zu lassen, dass auch der Sohn Gottes in Armut geboren wurde. Denn die einfachen, armen Hirten waren es, die als Erste dem Kind huldigten. Maria und Josef waren bei diesem ersten Krippenspiel noch nicht dabei, aber die Tiere als Geschöpfe Gottes mit starker symbolischer Aussagekraft: der Ochse als Verkörperung der friedlichen Kraft und Güte sowie der Esel, der die Lasten mit Geduld und Ausdauer auf sich nimmt.

Der heilige Franziskus liegt nun schon seit Jahrhunderten in seinem Grab in Assisi, aber sein Krippenspiel gehört heute überall, wo man Weihnachten feiert, zum Zauber der Heiligen Nacht. In den Hauptrollen finden wir heute auch Maria und Josef, die Hirten, die Engel und die Heiligen Drei Könige. In Kirchen, Kindergärten und Schulen wird das kleine Theaterstück oft von Kindern aufgeführt, spielerisch erfahren und begreifen sie den Grund für das Weihnachtsfest.

Was ist Weihnachten heute für uns?

Lebendige Krippen mit erwachsenen Akteuren weichen in der modernen Welt oft von der traditionellen Darstellung ab. Es gibt heute Krippenspiele, die im Obdachlosenmilieu oder im Krieg stattfinden, die Fragen stellen: Wie fühlt sich Weihnachten heute an? Was macht es mit uns? Werden uns beim Fest der Nächstenliebe die Botschaft und der Sinn der Geburt Jesus noch bewusst?

Text: Schorten/DEIKE

 

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